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Logo von FutureTapIn der dritten Folge unserer Reihe über Mac- und iPhone-Software aus Deutschland durften wir Ortwin Gentz von FutureTap einige Fragen stellen.

 

FutureTap ist unser bislang bekanntester Gesprächspartner und verantwortlich für eine der populärsten iPhone Apps: „Wohin?“

 

Erfahrt von Ortwin, was ihn am iPhone fasziniert, was das wichtigste bei der App-Entwicklung ist und wie es dazu kam, dass er an „Wohin?“ arbeitet.

 

Ortwin Gentz von FutureTapOrtwin, Du bist seit Ende 2008 in der Entwicklung fürs iPhone. Was war hierfür der Stein des Anstoßes? Warum gerade für das iPhone entwickeln und nicht mehr für den Mac, wie in Deiner vorigen Firma equinux?

 

Der iPhone-Markt ist einfach unglaublich spannend und es ist enorm, wie er sich in eineinhalb Jahren entwickelt hat. Trotz diverser kritischer Stimmen war und bin ich fest vom immensen Potenzial des App Store überzeugt. Unsere bisherigen Verkaufszahlen zeigen das auch eindeutig: Where To? wurde mittlerweile über 200.000-mal verkauft.

 

Der AppStore ist zwar sehr erfolgreich, hat aber durchaus auch seine Schwächen. Wo liegen aus Deiner Perspektive die größten Potentiale für Verbesserung?

 

Apple hat mittlerweile einige Schwachpunkte adressiert, z.B. mit dem beschleunigten Review-Prozess. Dennoch bleiben einige Kritikpunkte, allen voran die schlechte Kunden-Kommunikation. Es wäre schön, wenn das Einbahnstraßenproblem bei den Rezensionen behoben würde und Entwickler in eine bidirektionale Kommunikation mit dem Kunden eintreten könnten.

 

Was rätst Du Menschen, die darüber nachdenken, eine eigene iPhone App zu entwickeln? Was ist das wichtigste, das ein iPhone App-Entwickler nie aus den Augen verlieren darf?

 

Zunächst einmal muss man eine Idee verfolgen, bei der man richtig mit Herzblut dabei ist. Und die Idee sollte wenigstens in einem Punkt neu sein. Das muss nicht eine bahnbrechend neue, nie dagewesene Idee sein, sondern kann auch ein neuer Ansatz für ein bekanntes Genre sein. Mit copycat-Produkten wird man aber in jedem Fall nicht den großen Treffer landen.

Im Vergleich zu anderen Plattformen sind iPhone-Anwender anspruchsvoller was gutes Design und intuitive Bedienbarkeit angeht. Dafür sind sie im Gegenzug auch eher bereit, Geld für Apps auszugeben. Daher sollte man auf jeden Fall den extra-Aufwand für ein gutes UI-Konzept und -Design investieren.

 

Deiner Webseite kann man entnehmen, dass der Name FutureTap durch einen demokratischen Prozess entstanden ist. Dies ist doch eher ein ungewöhnlicher Weg, einen Unternehmensnamen zu entwickeln. Woher kam die Idee hierfür und wie war die Resonanz der Aktion?

 

Für mein Unternehmen war mir von Anfang an wichtig, möglichst offen zu sein und die Community aktiv einzubinden. Warum sollte das nicht auch für den Unternehmensnamen gelten? Ein wichtiger Aspekt bei der Namenswahl ist auch, dass der Name gut in verschiedenen Kulturkreisen funktioniert. So wäre niemandem mit einem Namen gedient gewesen, den Deutsche super finden, den aber ein Amerikaner gar nicht anspricht oder den er im Zweifel nicht einmal aussprechen kann. Und schließlich ist bei der Namenswahl Kreativität gefragt, wo eine größere Gruppe immer im Vorteil ist.

 

Sprechen wir über „Wohin?“*. Vielleicht kannst Du die App, denen die sie noch nicht kennen, erst einmal in wenigen Sätzen vorstellen?

 

Screenshot von WohinWohin? findet Points of Interest in der Umgebung. Wenn man zum Beispiel in einer fremden Stadt ist, kann man so einfach die nächste Pizzeria, den nächsten Bahnhof oder die nächste Apotheke finden. Insgesamt sind über 600 verschiedene Branchen gelistet. Bei vielen Branchen sind sogar einzelne Marken hinterlegt. So kann man schnell den nächsten Burger King oder das nächste Starbucks-Café aufsuchen. Man kann sich dann die Details des Treffers anzeigen, ihn an Freunde weitergeben oder direkt eine Routenplanung mit Navigon starten.

 

Wohin?“* wurde ursprünglich von Tap Tap Tap entwickelt, bis FutureTap die Anwendung gekauft hat. Wie kam der Kontakt für diese Transaktion zu Stande? Kanntet ihr euch schon vorher?

 

Nein, der Kontakt kam tatsächlich erst über den Tap Tap Tap Blog-Eintrag mit den Verkaufsdetails zustande. Da die App zu diesem Zeitpunkt aus dem Verkauf genommen wurde, musste alles ganz schnell gehen, auch um das Weihnachtsgeschäft noch mitnehmen zu können. Das gelang glücklicherweise auch und wir waren am 16. Dezember 2008 wieder online.

 

Welche Trends werden das iPhone Jahr 2010 bestimmen? Wo siehst Du die größten Potentiale?

 

Nun, der iPad wird auf jeden Fall super-spannend! Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Ding erfolgreich wird und freue mich schon, Apps für die neue Plattform zu entwickeln. Insgesamt sehe ich hier auch eine interessante Chance, dass Apple mit „iBooks“ den Markt für elektronische Bücher und Zeitschriften ebenso aufrollen wird, wie sie es zuvor mit Musik und iPhone-Apps geschafft haben. Fraglich wird nur sein, ob die Print-Industrie die Zeichen der Zeit erkennt oder zum zweiten Mal den Trend verschläft, auch online Geld zu verdienen. Ich wäre jedenfalls sofort dabei, meine morgendliche „Süddeutsche“ in Zukunft auf dem iPad zu lesen.

 

Aktuell ist „Wohin?“* in Version 2.5 verfügbar. In der Version kamen einige neue Features dazu, darunter zum Beispiel die Anlegung eigener Kategorien und auch die Zusammenarbeit mit Navigon MobileNavigator* (69,99 €). Kannst Du uns etwas über die Zukunft von „Wohin?“ verraten? Wohin soll es mit „Wohin?“ gehen?

 

Einiges Potenzial sehe ich in der Vernetzung der weltweiten „Where To?“ Community. Hier wird es einige neue Funktionen geben. Ansonsten sind noch diverse Neuigkeiten in Planung, die wir noch nicht verraten können. Es bleibt also spannend!

 

Screenshot von FutureTapAuf der FutureTap Webseite findet man die Ankündigung „Wohin?“* sei nur der Anfang gewesen. Das macht uns natürlich besonders neugierig! Kannst Du uns ein paar Informationen zu den geplanten Projekten geben?

 

Grundsätzlich sehe ich im iPhone-Markt zwei Ansätze für neue Produkte: Zum Einen die Verbesserung eines schon bestehenden Produkt-Genres, z.B. durch einfachere Bedienung, mehr Funktionen oder ein anspruchsvolleres Design. Zum zweiten kann man auch etwas komplett neues erfinden. Bei über 140.000 Apps wird das natürlich immer schwieriger. Dennoch sieht es bis jetzt so aus, als ob unsere nächste App in diese zweite Kategorie fällt. Das soll natürlich so bleiben, daher können wir vorher noch nichts verraten!

 

Das waren unsere Fragen auch schon! Wir danken Dir für Deine Zeit und wünschen FutureTap ein großartiges Jahr 2010!

 


 

Über FutureTap:

 

FutureTap existiert seit Dezember 2008 und beschäftigt drei Software-Entwickler und einen Designer.Die App „Wohin?“ (international als „Where To?“ im Store) gibt es bereits seit Stunde Null im AppStore, damals wurde sie allerdings noch von Tap Tap Tap vertrieben.

 

Wohin?* im AppStore (2,39 €)

 

Zur Webseite von FutureTap.

 

(Bilder aus FutureTaps Flickr Stream)

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Der Autor Christian Flack schreibt seit Montag, 24. August 2009 für MacWire.de.

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