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Es wurde bereits viel über Apples Tablet spekuliert. Unter anderem auch für welche Art von Anwendung es eigentlich gedacht sein soll. Die Anwendung als verbesserter eBook-Reader mit Farbdisplay, Touch-Bedienung, Internetzugang und einer Reihe weiterer Features soll es beispielsweise den gesamten Buchmarkt revolutionieren und die Menschheit wieder zum Lesen bringen.

 

Aber das ist noch nicht alles: Auch die Spieleindustrie erhofft sich einiges von Apples neuer Kreation.

 

Auf TechCrunch kann der geneigte Lesewillige in einem verhältnismäßig langen Artikel nachlesen, was die wahre Revolution für die Kunst des Geschichten-Erzählens am Tablet eigentlich sei - und auch warum Amazons Kindle gerade dies nicht ermöglicht.

 

Tablet ermöglicht neue Art des Storytellings

 

Auf Grundlage einer Äußerung von Dan Lyons, alias Fake Steve Jobs, wird dargelegt, dass die Revolution, die das Tablet mit sich bringen könnte, nicht in der reinen Anzeigemöglichkeit von ehemaligen Print-Inhalten biete, sondern in der Ermöglichung von neuen Methoden des Erzählen von Geschichten.

 

Die reine Anzeige von Buchinhalten könne bereits Amazons Kindle in hinreichender Qualität bieten. Der eBook Reader wird mit dem iPod verglichen: Er ermögliche das platzsparende mitnehmen von großen Mengen von Inhalten, aber das sei dann im Wesentlichen auch.

 

Worin das Tablet glänzen könne, sei die ebenfalls in der Gerüchteküche bereits diskutierte Möglichkeit der "hybriden Inhalte". So soll Apple bereits auf Verlage zu gegangen sein, um diese dazu zu bewegen, reine Text-Inhalte mit zusätzlichen Video-, Audio- und Bildinhalten aufzumotzen.

 

Nicht nur für den Bereich von Belletristik ist dies ein lohneswerter Bereich: Stellt man sich ein Lehrbuch für welchen Bereich auch immer vor, ist es nicht schwer, Ideen für sinnvolle Anwendungen von interaktiven Grafiken oder auch erklärenden Videoinhalten zu entwickeln.

 

Kritischer Faktor: Verlage

 

Der entscheidende Faktor für Erfolg oder Misserfolg der erwarteten Revolution ist demnach in erster Linie die Frage, ob Verlage ihre Inhalte in entsprechender Form für ein Tablet anpassen wollen und können.

 

Zu bedenken ist, dass dies Mehrarbeit in erheblichem Ausmaß bedeuten würde. Videoproduktion, die Erstellung von attraktiven und sinnvollen, interaktiven Inhalten ist nichts womit ein reiner Print-Verlag bislang große Erfahrungen gemacht haben dürfte und das schlichtweg Geld kostet.

 

Die Frage also lautet: Sind Verlage bereit, ein erhebliches Maß an Mehrarbeit zu investieren, um in ein vielleicht, vielleicht aber auch nicht funktionierendes Konzept zu investieren, dass ihrem eigentlichen Kerngeschäft im Grunde gar nichts bringt, denn wer eine digitale Variante eines Buchs kauft, wird wohl kaum zusätzlich eine Printversion besorgen.

 

Bildschirm, ein paar Knöpfe und Internet - das reicht für ein Gaming-Gerät

 

Electronic Arts lässt sich auf Bloomberg.com mit der Aussage zitieren, dass man einen Apple Tablet durchaus sehr gut als Spieleplattform verwenden könne. Vorausgesetzt es habe einen guten Bildschirm, zumindest ein paar Knöpfe und einen Internetzugang.

 

Nicht nur EA freut sich auf das Tablet, auch Namco, Digital Chocolate und Ngmoco sehen großes Potential in dem Gerät, das bislang offenbar noch keiner der genannten gesehen zu haben scheint.

 

Im Allgemeinen wird jedoch davon ausgegangen, dass Apples Tablet den Erfolg des iPhones und des iPod touchs als tragbare Spieleplattform auch auf das Tablet übertragen möchte. So sind die fünf am besten verkauften Anwendungen im AppStore allesamt Spiele. Zum Vergleich: Der Markt für Konsolenspiele sei in den USA im vergangenen Jahr um beinahe 10 % geschrumpft.

 

Insbesondere durch die höhere Rechenleistung und den größeren Bildschirm soll das iPad, falls es tatsächlich diesen Namen tragen sollte, eine attraktivere Plattform für den mobilen Spielemarkt darstellen und sich so gegen die Konkurrenten Nintendo und Sony durchsetzen können.

 

Ob Apples Tablet, das am heutigen Abend (deutscher Zeit) in den USA vorgestellt werden soll, wirklich eine Revolution für Buch-, Zeitungs-, Zeitschriften- und Spielemarkt werden kann, bleibt abzuwarten. Nicht nur im Bereich der Textinhalte ist dies in hohem Maße von den Anbietern der Inhalte und nicht ausschließlich von Apple abhängig. Auch Spielehersteller müssen sinnvolle Spieltypen für ein Tablet entwickeln und diese auch zu vernünftigen Preisen anbieten.

 

Konsolenspiele kosten derzeit neu in der Regel mehr als 30 €, iPhone Spiele kann man im Durchschnitt für weniger als 10 Euro bekommen. Ob der Nutzer allerdings bereit ist, für Tablet Spiele mehr als für iPhone Games auszugeben, bleibt abzuwarten.

 

(Zum Artikel bei TechCrunch über das Buch auf dem Tablet)

(Zum Artikel bei Bloomberg über den Spielemarkt auf dem Tablet)

 

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Der Autor Christian Flack schreibt seit Montag, 24. August 2009 für MacWire.de.

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