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Ende letzten Jahres haben wir euch angekündigt, ein wenig mehr Hintergrundinformationen zu Mac und iPhone Anwendungen zu vermitteln.

Heute möchten wir den ersten Schritt gehen und beginnen unsere Interviewreihe mit Software-Herstellern aus Deutschland, die Interessantes und Spannendes für Mac und iPhone entwickeln.

 

Zum Auftakt unserer Reihe konnten wir Christian Sigritz von Project Cocoa für einen Einblick in die Arbeit einer iPhone-App-Schmiede gewinnen. Er erklärt uns, woher die Motivation fürs App schreiben kommt und wie der Weg von der ersten Idee bis hin zur fertigen App bei Project Cocoa aussieht.

 


 

 

MacWire (MW): Christian, wie kam es dazu, dass bei Project Cocoa ausgerechnet für die iPhone Plattform Anwendungen entwickelt werden?

 

Christian Sigritz von Project Cocoa (CS): Wir sind Softwareentwickler aus Leidenschaft und lieben unsere Arbeit. Und dazu gehört eben auch, sich für neue und innovative Produkte zu begeistern. Und das iPhone passt da ganz gut ins Programm.

 

MW: Durch welche Besonderheiten wird das iPhone als Plattform besonders attraktiv für Entwickler? Warum entwickelt ihr beispielsweise keine Software für Macs oder PCs?

 

CS: Wir finden mobile Geräte allgemein interessant und sehen in diesen einen großen Wachstumsmarkt, den wir nicht verpassen wollen. Natürlich macht es auch Spaß, neben dem iPhone auch für andere Plattformen, z. B. Android zu entwickeln.

 

MW: Worin liegt die besondere Herausforderung bei der App-Erstellung? Was sind die wichtigsten Merkmale einer guten und „runden“ App?

 

CS: Das wirklich wichtige bei einer App ist ein intuitives Interface. Man muss sich genau überlegen, welche Features wirklich wichtig sind und welche Features eine App nur unnütz überladen und verkomplizieren würden.

Eine gute und „runde“ App besticht durch ein klares und durchdachtes Interface und eine stabile Architektur. Das sind auch unsere Schwerpunkte in der Softwareentwicklung.

 

MW: Welche Fallen gibt es bei der Planung und Programmierung einer iPhone Anwendung? Was sind die wichtigsten No-Gos und was muss für jede Anwendung beachtet werden?

 

CS: Zu vermeiden sind Endlosschleifen und überdurchschnittlicher Koffeinkonsum, was ja vielleicht auch auf andere Lebensbereich zutrifft!

Aber Spaß beiseite, das Entscheidende für ein gutes Produkt ist immer die richtige Idee!

 

MW: Sprechen wir über einige eurer Produkte. Ihr habt zur Zeit sechs Anwendungen im AppStore, zum Beispiel SongTube* und SongTweet*. Erklär uns doch mal kurz, was diese beiden Apps eigentlich machen.

 

CS: Beide Apps arbeiten mit der iPod App von Apple zusammen. Man kann während dem Musikhören einfach die iPod App verlassen und dann entweder SongTube oder SongTweet starten. Beide Apps zeigen dann erst einmal Informationen zum aktuellen Titel an.

Unsere App SongTweet erlaubt es dem Nutzer dann, Interpret und Titel des aktuell laufenden Tracks auf sein Twitter Konto zu posten.

SongTube auf der anderen Seite durchsucht YouTube nach Videoclips zum jeweils laufenden Track. Die gefundenen Videos können dann natürlich auch gleich in SongTube abgespielt werden.

 

MW: Bleiben wir kurz bei SongTube*. Kannst Du uns anhand von SongTube* kurz erklären, wie der Planungsprozess einer App bei Project Cocoa aussieht? Ist die App vor der ersten geschrieben Zeile Code schon bis zum Ende durchgeplant, oder beginnt ihr mit einem groben Plan?

 

CS: Meist entsteht die Idee für eine App aus einer Situation, in der man selbst genau für einen bestimmten Zweck eine Anwendung hätte. Ich höre selbst viel Musik über mein iPhone und da ich mich selbst schon mehrfach dabei erwischt hatte, Clips zum aktuellen Song bei YouTube zu suchen, war der erste Schritt schon vollbracht: Die Idee.

SongTube war also von Anfang genau das, was letztendlich daraus geworden ist.

 

MW: Wie geht ihr nach dem Definieren der Idee weiter vor? Welche Schritte muss eine App im Entwicklungsprozess durchlaufen?

 

CS: Unsere Arbeitsschritte folgen eigentlich immer dem gleichen Schema:

  1. Idee (meist schon ziemlich genau der späteren Release entsprechend)
  2. Konzept erstellen und überlegen, ob die Idee gut genug für eine App ist
  3. Interface Design entwerfen (Handskizzen)
  4. Entwicklung der App
  5. Release

 

MW: Ebenfalls im Programm bei Project Cocoa ist die Anwendung „Sunlight“*, mit deren Hilfe der Nutzer unter anderem herausfinden kann, wo auf der Welt aktuell die Sonne scheint. Kannst Du uns erklären, wie es zu dieser App kam, die auch die erste war, die bei Project Cocoa veröffentlicht wurde?

 

CS: Ich habe selbst einige Freunde, die in der ganzen Welt verstreut leben. Da ist es einfach gut zu wissen, ob ich sie mitten in der Nacht oder während des Tages anrufe.

 

MW: Apples Zulassungspolitik bei iPhone Apps steht schon seit langem in der Kritik. Wie sind eure Erfahrungen mit dem AppStore bisher? Hatte Project Cocoa bei der Zulassung von Apps auch schon Probleme?

 

CS: Bis jetzt hatten wir Glück. Es gab noch keine Probleme mit dem Zulassungsverfahren bei Apple und wir hoffen, dass die Zusammenarbeit auch in Zukunft so reibungslos klappen wird.

 

MW: Im AppStore stehen inzwischen weit mehr als 100.000 Anwendungen zum Download bereit. Was muss aus Deiner Sicht ein Programmierer beherzigen um da überhaupt noch aus der Masse herauszustechen?

 

CS: Wenn die App von Anfang an gut ist und man auch noch ein bisschen Glück hat, dann klappt‘s auch mit dem Herausstechen.

 

MW: Wagen wir einen kleinen Blick in die Zukunft. Welche Funktionen würdest Du Dir für kommende Versionen von iPhone OS wünschen?

 

CS: Wir bei Project Cocoa vermissen die Unterstützung von Multitasking, ansonsten sind wir mit iPhone OS wie es ist zufrieden.

 

MW: Welche Trends werden aus Deiner Sicht die zukünftige Entwicklung von iPhone Apps am meisten beeinflussen?

 

CS: Wie auch schon bisher hat die technische Entwicklung der Geräte in Hinblick auf Hardware, Frameworks und Online-Diensten entscheidende Auswirkungen auf die App-Entwicklung.

 

MW: Kannst Du uns zum Abschluss noch verraten, wohin die Entwicklung bei Project Cocoa gehen wird und auf was wir uns von euch freuen können?

 

CS: Wir arbeiten zur Zeit an der Realisierung von zwei neuen Apps, aber mehr kann ich auch nicht verraten. Top Secret!

 

MW: Wir danken Dir für das Gespräch und wünschen euch weiterhin viel Erfolg!

 

 

Zu Project Cocoa:

 

Project Cocoa* besteht aus einem vierköpfigen Team und arbeitet seit Anfang 2008 an verschiedenen iPhone Apps. Ihre erste Veröffentlichung im AppStore war die App „Sunlight“* (kostenlos), später kamen „Air Contacts“* (1,59 €), „SongTube“* (0,79 €), „SongTweet“* (0,79 €), "BLZ"* (0,79 €) und das neuste Angebot „Home Compass“* (0,79 €) hinzu.

 

 

Weitere Informationen zum Angebot von Project Cocoa findet ihr unter www.projectcocoa.com.

 

In der zweiten Folge unserer Reihe über Mac- oder iPhone-Software aus Deutschland sprechen wir mit Tommy Kammerer alias Digital Sirup.

 

Vorschläge für weitere Mac- und iPhone-Software Anbieter aus Deutschland für kommende Interviews können gerne in die Kommentare geschrieben werden!

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Der Autor Christian Flack schreibt seit Montag, 24. August 2009 für MacWire.de.

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